Auch in der Woche vom 19. bis 25. Januar wurde die Hansestadt Bremen erneut von schweren Gewaltstraftaten erschüttert. Messerangriffe unter sogenannten Landsleuten, tumultartige Auseinandersetzungen, Entführungen und Straßenraub zeigen einmal mehr: Die Gewaltspirale in Bremen dreht sich weiter – ein Ende ist nicht in Sicht.

Montag, Mitte:
Am frühen Montagabend wurde ein 18-Jähriger bei einem Messerangriff schwer verletzt. Nach ersten Erkenntnissen geriet der junge Mann mit einem mutmaßlichen Landsmann in einen Streit. Aus der verbalen Auseinandersetzung entwickelte sich eine Messerattacke, bei welcher der Täter mehrfach auf sein Opfer einstach. Der Angreifer konnte flüchten. Er wird als etwa 18 bis 19 Jahre alt, mit langen, zu einem Zopf gebundenen schwarzen Haaren beschrieben. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit am Tatort wurde zusätzlich durch Teilnehmer einer Iran-Demonstration behindert, diese stand nicht im Zusammenhang mit der Tat.

Mittwoch, Huchting:
Am späten Mittwochnachmittag kam es in der Arnheimer Straße zu einer eskalierenden Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien, die einen Großeinsatz der Polizei auslöste. Gegen 18 Uhr meldeten Zeugen tumultartige Szenen. Laut Polizeiangaben wurde unter anderem in die Luft geschossen, zudem setzten Beteiligte Schlagstöcke ein.
Auslöser soll ein Streit zwischen einer Mieterfamilie und ihrem Vermieter über abgestellten Müll gewesen sein. Die Situation eskalierte, als der 53-jährige Vermieter gemeinsam mit seinen beiden Söhnen vor der Haustüre der Mietpartei erschien.

Donnerstag, Burglesum:
Am Donnerstagabend überfielen zwei bislang unbekannte Täter eine Tankstellenmitarbeiterin in Bremen-Nord. Die 62-jährige Frau hatte nach ihrer Spätschicht an einer SB-Tankstelle in Burglesum den Bus nach Hause genommen. Vor ihrer Wohnung wurde sie von zwei Männern mit vorgehaltenem Messer abgefangen. Anschließend wurde die Mitarbeiterin von den Kriminellen entführt und zu ihrer Tankstelle verschleppt. Dort nötigten die Täter die Frau, die Tür zu öffnen, und entwendeten Bargeld sowie mehrere Zigarettenstangen. Anschließend flüchteten sie. Die Täter trugen Schals zur Maskierung, waren etwa 20 bis 30 Jahre alt, rund 170 Zentimeter groß und dunkel gekleidet. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421 362-3888 entgegen.

Samstag, Horn-Lehe:
Erneut ereignete sich in Bremen eine Entführung eines Tankstellenmitarbeiters – nur zwei Tage nach einer ähnlichen Tat in Bremen-Nord. Zwei bislang unbekannte Täter lauerten einem 24-Jährigen an seiner Wohnanschrift auf und zwangen ihn unter Vorhalt einer Schusswaffe in ein Fahrzeug. Anschließend brachten sie ihn zu seiner Arbeitsstelle, einer Tankstelle in Horn-Lehe, und nötigten ihn, die Tür zu öffnen.
Im Eingangsbereich konnte sich das Opfer mit Pfefferspray zur Wehr setzen und fliehen. Die Täter verfolgten den Mann, stellten ihn kurze Zeit später und schlugen auf ihn ein. Erst als der 24-Jährige laut um Hilfe schrie, ließen die Täter von ihm ab und flüchteten.
Die Täter werden als zwei Männer mit dunklem Teint beschrieben. Sie sprachen Deutsch mit Akzent und gaben an, tschetschenischer Herkunft zu sein. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

Sonntag, Mitte:
In der Nacht zu Montag wurde ein 30-Jähriger auf dem Marktplatz von zwei jungen Migranten unvermittelt mit Pfefferspray angegriffen. Die Täter rissen ihr Opfer zu Boden, raubten ihm das Mobiltelefon aus der Jackentasche und verletzten ihn dabei. Zudem durchsuchten sie seinen Rucksack.
Alarmierte Polizeikräfte waren schnell vor Ort und leiteten umgehend Fahndungsmaßnahmen in der Innenstadt ein. Der Verletzte wurde durch Rettungskräfte versorgt. Wenig später konnten Einsatzkräfte zwei Tatverdächtige stellen: zwei 18-Jährige aus Syrien und Tunesien.


Wochenrückblick über Gewalttaten in der Stadt Bremen, zusammengestellt vom Pressesprecher der Fraktion BÜNDNIS DEUTSCHLAND, Christopher Albrecht.

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