Kriminalitäts-Wochenrückblick Bremen (16.–22. März)
Innerhalb weniger Tage kam es in Bremen zu einer Serie schwerer Gewalttaten. Messerangriffe, eine Schießerei mit Todesfolge, Überfälle und Massenschlägereien – verteilt über mehrere Stadtteile. In zahlreichen Fällen sind die Täter flüchtig oder die Hintergründe noch unklar. Hier unser Wochenrückblick.
Bremen-Mitte – Transfrau beleidigt und ins Gesicht geschlagen (16.03.)
Am Montagnachmittag gegen 14:40 Uhr wurden zwei Transfrauen in der Bremer Innenstadt zunächst von einem Mann homophob beleidigt. Nach einem kurzen Wortgefecht eskalierte die Situation. Der Täter ging auf die 30-Jährige zu und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Anschließend flüchtete er gemeinsam mit seinem Begleiter in Richtung Wilhelm-Kaisen-Brücke. Der Angreifer wird als etwa 30 Jahre alt, rund 170 cm groß mit dunklem, längerem Bart beschrieben, zudem soll er Türkisch gesprochen haben.
Neustadt – Schüsse nach Streit, 32-Jähriger stirbt (17.03.)
Am Dienstagabend gegen 19:30 Uhr meldeten mehrere Notrufe eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen in der Kornstraße in Huckelriede. Dabei sollen mehrfach Schüsse gefallen sein. Als die Polizei eintraf, waren die Beteiligten bereits geflüchtet, am Tatort wurden jedoch mehrere Patronenhülsen einer scharfen Schusswaffe gefunden. Kurz darauf wurde bekannt, dass ein 32-jähriger Mann mit mehreren Schussverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden war. Er erlag wenig später seinen Verletzungen, der oder die Täter sind bislang unbekannt.
Steintor – Messerattacke im Viertel, zwei Männer schwer verletzt (19.03.)
In der Nacht zu Freitag geriet ein 23-Jähriger im Bereich Vor dem Steintor / Helene-Kaisen-Straße mit einem Unbekannten in einen Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung zog der Täter ein Messer und stach mehrfach auf den 23-Jährigen ein. Sein 20-jähriger Begleiter versuchte zu helfen und wurde ebenfalls durch mehrere Stiche schwer verletzt. Beide Männer mussten mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden. Der Täter flüchtete anschließend zu Fuß in Richtung Sielwall-Kreuzung, eine konkrete Beschreibung des Messerangreifers liegt nicht vor.
Huchting – Messerbedrohung, Freiheitsberaubung und Flucht im gestohlenen Mercedes (19.03.)
Am Donnerstagabend kam es auf dem Parkplatz eines Discounters in der Heinrich-Plett-Allee zu einer eskalierenden Auseinandersetzung. Ein 30-Jähriger soll nach einem Streit den Autoschlüssel seines Kontrahenten an sich genommen und ihn mit einem Messer bedroht haben. Anschließend zwang er den Mann in einen gestohlenen Mercedes mit ebenfalls entwendeten Kennzeichen und fuhr mit ihm weiter. Während eines Zwischenstopps gelang dem Opfer die Flucht, woraufhin die Polizei den 30-Jährigen wenig später fahrend in dem gestohlenen Fahrzeug festnahm. Der Mann stand unter Drogeneinfluss, hatte keine Fahrerlaubnis und muss sich nun wegen mehrerer schweren Delikte verantworten.
Woltmershausen – Mann in Wohnung niedergestochen (19.03.)
Gegen 23:10 Uhr alarmierte eine Frau den Notruf, nachdem ihr Ex-Lebenspartner in ihrer Wohnung einen Mann mit einem Messer angegriffen hatte. Der 40-jährige Tatverdächtige soll sich zuvor gewaltsam Zutritt verschafft haben und dann auf den 39-Jährigen losgegangen sein. Das Opfer erlitt schwere Stichverletzungen und wurde vor Ort notärztlich versorgt. Der blutende Mann musste anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen noch in der Wohnung fest, es wird wegen versuchten Tötungsdelikts ermittelt.
Findorff – Räuber auf Krücken sticht bei Überfall zu (20.03.)
Am Freitagabend gegen 19:45 Uhr wurde ein 25-Jähriger im Bereich Bürgerweide / Theodor-Heuss-Allee angesprochen. Der Täter bat zunächst um Geld, griff dann jedoch plötzlich nach der Umhängetasche des Mannes. Als das Opfer sich wehrte, stach der Angreifer mehrfach mit einem Messer in seine Richtung und verletzte ihn. Anschließend riss er die Tasche an sich und flüchtete zu Fuß. Der Täter wird als einbeinig beschrieben, er war auf Krücken unterwegs, trug dunkle Kleidung und hatte einen Bart.
Innenstadt – Zwei Massenschlägereien, Stichverletzung und Drohung mit Säge (21./22.03.)
In der Nacht zum Sonntag kam es in der Bahnhofstraße zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen mit mehr als zehn Beteiligten. Die Situation eskalierte zu einer Schlägerei, bei der ein 18-Jähriger durch eine Stichwaffe am Bein verletzt wurde. Gegen 1:50 Uhr wurde die Polizei zu einer weiteren Gewalteskalation in die Faulenstraße gerufen. Dort entwickelte sich vor einer Bar eine Schlägerei, bei der unter anderem Barhocker eingesetzt wurden; zudem soll mit einer Säge gedroht worden sein. Mehrere Tatverdächtige flüchteten unter anderem mit einem weißen BMW-SUV.
Eine Zusammenfassung der schlimmsten Gewalttaten (Zeitraum vom 16.03. bis zum 22.03.) durch den Pressesprecher der BD-Fraktion, Christopher Albrecht.
