Tiedemann: Lehrer schlagen Alarm – Bildungsressort bleibt taub

Laut einem aktuellen Bericht des WESER-KURIER ist die Gewalt gegen Lehrkräfte in Bremen auf einem Höchststand. So wurden im Jahr 2024 insgesamt 20 Anzeigen wegen Gewalthandlungen gegen Lehrer registriert. Zusätzlich meldeten Lehrkräfte 46 sogenannte „besondere Vorkommnisse“ an die Bildungsbehörde. Es ist zudem anzunehmen, dass die Dunkelziffer höher liegt, da viele Vorfälle nicht gemeldet werden. 

Die Fraktion BÜNDNIS DEUTSCHLAND fordert daher die Einführung eines zentralen Hinweisportals, über das Lehrkräfte Gewalthandlungen, Bedrohungen und Beleidigungen unkompliziert und verbindlich melden können. 

Julia Tiedemann, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS DEUTSCHLAND, erklärt dazu: „Die vorliegenden Zahlen zeigen kein klares Lagebild, sondern ein Erfassungsproblem. Lehrkräfte und Fachstellen machen auf die steigenden Fälle aufmerksam, erfasst wird aber alles nur unzureichend. Lehrer, schulische Mitarbeiter und Schüler werden hier mit dem Problem allein gelassen. Zugleich ignoriert das Fachressort die Tatsachen und redet die Anzahl an Vorfällen klein. Das ist keine angemessene Unterstützung. Gewalt gegen Lehrkräfte ist längst kein Einzelfall mehr, sondern vielerorts trauriger Alltag. Gleichzeitig fehlt es an klaren Strukturen, um Vorfälle systematisch zu erfassen und auszuwerten. Wer Probleme nicht vollständig dokumentiert, kann sie auch nicht lösen.

Wir brauchen endlich ein zentrales Hinweisportal, über das Lehrkräfte Gewalthandlungen, Bedrohungen und Beleidigungen unkompliziert melden können. Nur so entsteht ein realistisches Lagebild. Der Senat darf sich nicht länger hinter unvollständigen Zahlen verstecken, sondern muss endlich konsequent handeln. Schulen müssen wieder sichere Orte werden, für Schüler und für Lehrkräfte.“

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